Ist Google ein Taliban? Nein!



Die Schlagzeile in der neuen Ausgabe des Branchenmagazins „Horizont“ klingt aggressiv: „Google ist eine Art Taliban“ heißt es da in großen Lettern über einem Interview mit mir zum Leistungsschutzrecht. Die Formulierung hat im Netz für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Deswegen möchte ich hier klar sagen: Nein, Google ist kein Taliban. Und ich möchte Google auch nicht mit einem amerikanischen Kriegsgegner gleichsetzen. Die Formulierung ist unglücklich gewählt, und wenn sie jemanden verletzt hat, tut es mir leid. Ihr Kontext wird deutlich, wenn man den entsprechenden Teil des Interviews liest. Dann wird klar, dass es um ein technisches Detail von Rechtesprachen geht:

Das Gespräch mit Redakteurin Katrin Lang handelt sachlich und ruhig von den Einzelheiten des Leistungsschutzrechts. Eine der Fragen lautet:

Die Krux an der Sache ist doch: Wieso sperren die Verlage die Snippets für Google nicht einfgach schon jetzt?

Darauf habe ich geantwortet:

Wie sollen wir die denn sperren? Jetzt sagen Sie: mit robots.txt. Da kann man ja ganz einfach festlegen,: no index, no follow, no snippet. Und was geschieht dann? Man wird bei jeder Suchmaschine und jedem Aggregator unsichtbar. An oder Aus für alle und alles – das ist die einzige Wahl, die einem Robotx.txt lässt. Diese Technologie stammt aus der Steinzeit des Webs. Sie ist hoffnungslos veraltet und in keiner Weise mehr zukunftstauglich. Google klammert sich trotzdem an ihr fest, weil sie hilft, Monopolgewinne zu verteidigen. Robots.txt lässt nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Darauf haben die Verlage schon vor einem halben Jahrzehnt hingewiesen und gesagt, dass dieses Lichtschalter-Prinzip für das 21. Jahrhundert nicht mehr tauglich ist. Sie haben dafür geworben, dass maschinenlesbare Rechte-Sprachen entwickelt werden, die differenzierte Nutzungsbedingungen ausdrücken. Warum soll ein Verlag nicht sagen dürfen, für wen und in welchen Auszügen ein Text für welchen Preis gewerblich kopierbar sein soll? Google ist eine Art Taliban und wehrt sich gegen jede Art von Fortschritt.

So hat es die Redaktion gedruckt. Im Text, den ich freigegeben hatte, stand an dieser Stelle:

Warum soll ein Verlag nicht sagen dürfen, wie lange, für wen und in welchen Auszügen ein Text für welchen Preis gewerblich kopierbar oder eben nicht kopierbar sein soll? Das ist doch eigentlich das Natürlichste der Welt. Google hat aber jede dieser Initiativen unterdrückt und boykottiert. Man will dort nicht, dass differenzierte Rechte ausgedrückt werden. Google ist in diesem Punkt eine Art Taliban und wehrt sich gegen jede Art von Fortschritt.

Dass ich „in diesem Punkt“ sage, hat die Redaktion gestrichen und die verabsolutierte Aussagen „Google ist eine Art Taliban“ dann zur Überschrift gemacht. Besonders fair ist das nicht, aber ich will mich nicht beschweren. „Taliban“ ist der falsche Ausdruck. Gemeint habe ich „starr“ oder „orthodox“. Weder gesagt noch gemeint habe ich aber, dass Google ein fundamentalistischer Glaubenskrieger sei.



 

58 Kommentare

 
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  4. Bin gerade eher durch Zufall auf diesen Artikel gestoßen und finde es schon unglaublich, welches Niveau die Kommentare doch erlangt haben. Ich glaube schon, dass sich der Verfasser des Artikels sich das ganz anders vorgestellt hat.

     
     
  5. (Pingback)

    [...] Dass Google (wie so viele andere auch) Werbeeinnahmen erzielt, liegt an den Google-Produkten Adsense und Adwords, von denen die Verleger bislang so begeistert waren, dass sie selbst massenweise derartige Anzeigen schalteten (und wohl auch bezahlten). Die rege Nutzung von Google-Produkten hält Verlagsexponenten nicht davon ab, die bei über 90 Prozent der hiesigen Internetnutzern am liebsten benutzte Suchmaschine zu verunglimpfen. Für Axel-Springer-Lobbyist Christoph Keese ist Google sogar «eine Art Taliban» (tatsächlich sagen wollte er: «in diesem Punkt eine Art Taliban»). [...]

    Die wahren Web-Kommunisten « Die MEDIENWOCHE – Das digitale Medienmagazin

    21. August 2013

     
  6. Nummsi

    Traurig ist vor allem, wie Herr Keeser – trotz wider besseren Wissens, unermüdlich die Mär von der Unmöglichkeit, nur Googles Newsportal auszusperren, verbreitet. Das das keineswegs der Wahrheit entspricht, ist ihm und dem Hause Springer aber mit Sicherheit bekannt. Die Taliban, äääh… Google selbst bietet ja die entsprechenden Informationen. Der Grund dürfte ein ganz profaner sein: Natürlich MÖCHTE Springer, möchten auch andere Verlage in Googles Newsportal mit ihren Artikeln gelistet sein. Natürlich möchte man auf die dadurch generierten Besuche keineswegs verzichten. Allein, man hat es sich irgendwie in den Kopf gesetzt, für die Nutzung dieses Dienstes bezahlt zu werden und dem Betreiber dazu die eigenen Geschäftsbedingungen diktieren, und erfindet daher die abstrusesten Thesen. Mit dem gleichen Hintergrund könnte man auch im normalen Suchportal Geld von Google verlangen – dafür, dass man gefunden wird. Das nenne ich schizophren.

     
     
  7. (Pingback)

    [...] [text] der streit um das leistungsschutzrecht dürfte uns noch lange erhalten bleiben – dabei könnte die sache ganz ohne neue gesetze relativ einfach geregelt werden, wie u.a. leonhard dobusch bei der zeit völlig richtig feststellt. die fronten verhärten unterdessen immer weiter. stefan niggemeier, horizont, heise, winfuture, ht4u, golem, presseschauder, neunetz [...]

    zeugs am freitag « blubberfisch

    7. Dezember 2012

     
  8. Moon

    Dass ich „in diesem Punkt“ sage, hat die Redaktion gestrichen und die verabsolutierte Aussagen „Google ist eine Art Taliban“ dann zur Überschrift gemacht.

    Der Praktikant war’s! Ja ne, is klar.

    Und nein, Herr Keese, auch durch diesen durchsichtigen Rückzieher wird Ihre Aussage kein Deut richtiger.

     
     
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      • sdfsdsdfsdf

        Als wenn man mit Ihnen vernünftig diskutieren könnte. Menschen wie Sie diskutieren nicht, sondern reden nur Müll.

        Durch das ständige Wiederholen Ihres Unsinns denken Sie, dass dieser richtig und wahr wird.

        Mir ist schon klar, dass mein Beiträg nicht zu einer vernünftigen Diskussion beiträgt, aber mit jemanden wie Ihnen oder dem Döpfner kann man halt eh nicht diskutieren.

        Ich finde auch, dass Sie und der Döpfner endlich mal die Klappe halten sollten und am Besten sollten Sie sich bei diversen Menschen und Institutionen entschuldigen.

        Wie wäre es denn, wenn Sie und der Döpfner mal einen Ausflug nach Nirgendwo machen und nie wieder kommen.

        Die Menschheit wäre Ihnen dankbar!

         
         
  13. Kai Esel

    Je früher die Propagandaschaumschläger von Bild und SZ zugrundegehen, desto besser! Was glaubt Ihr eigentlich, wer Ihr seid, dass Ihr ein garantiertes Einkommen fordern könnt? Staatsbeamte? Immerhin schreibt Ihr bereits so. Heuchler – geht arbeiten!

     
     
  14.  
  15. kleitos

    So wie die Verlage auf die disruptive Technologie “Internet” reagieren sollte eigentlich klar sein, wer bezüglich des LSR die Taliban sind ;-P

     
     
  16. (Pingback)

    [...] Bezeichnung „Taliban“ hat Keese mittlerweile zurückgenommen. In seinem Blog erklärt er, dass sei der falsche Ausdruck – eigentlich wollte er Google als „starr oder orthodox“ [...]

    Axel-Springer-Chefs attackieren Google - ComputerBase

    7. Dezember 2012

     
  17. Thomas K.

    Richtigstellung Ihrer regelmäßigen Falschdarstellungen:

    “Man wird bei jeder Suchmaschine und jedem Aggregator unsichtbar. An oder Aus für alle und alles – das ist die einzige Wahl, die einem Robots.txt lässt.”

    Man kann jede Suchemaschine/Bot seperat behandeln. Siehe: http://www.seo-united.de/blog/shortcuts/robots-txt-fur-dummies.htm

    Mit der robots.txt haben die Verlage ein Machtwerkzeug mit dem sie Suchmaschinen in der Hand haben. Zahlt eine Suchmaschine nicht, werden einfach die Snippents entfernt. Die Links bleiben erhalten, wenn gewünscht. Selbst Google News hält sich an die “nosnippet” Markierung.

    Sie haben damit soviele Möglichkeiten, nur eine haben Sie nicht: Die Möglichkeit gesetzlich die Suchmaschinen zu zwingen Ihre Inhalte einzubinden und gleichzeitig eine Preisvorgabe zu machen. Diese Möglichkeit bekommen Sie erst mit dem Leistungsschutzrecht.

     
     
  18. Norbert Morner

    ————Zitat-
    Jetzt sagen Sie: mit robots.txt. Da kann man ja ganz einfach festlegen,: no index, no follow, no snippet. Und was geschieht dann? Man wird bei jeder Suchmaschine und jedem Aggregator unsichtbar. An oder Aus für alle und alles – das ist die einzige Wahl, die einem Robotx.txt lässt.
    ————

    Ist Ihnen bekannt, dass man für JEDEN Bot eigene Regeln erstellen kann? (in Ihrem Fall “User-agent: Googlebot-News”) Und Sie werden es kaum glauben. Er hält sich dann sogar dran :)

    Somit sind Sie überall noch vertreten, außer in Google News. Aber ich denke das wissen Sie ja schon alles. Unterhalten Sie sich mal mit einem Webentwickler. Der könnte ihnen sogar verraten, dass man jedem Bot jeweils angepasste Inhalte präsentieren kann. Auf Deutsch, ihr vorgeschlagenes maschinenlesbares Rechtesystem können sie sich selbst entwickeln und jeder Bot hält sich daran.

    Gucken wir doch mal auf die Webseiten der deutschen Presselandschaft, Axel Springer, Grunder&Jahr… Also ne robots.txt ist vorhanden. MetaTags auch. BENUTZEN können sie sie also. Nur das richtige WOLLEN scheint nicht ausgeprägt zu sein.

    Ich sehne den Tag herbei an denen die Zeitungen im Internet ihre Drohungen wahr machen und Bezahlschranken einführt. Aber warten Sie, manche machen das ja schon. Und wissen Sie was daran lustig ist. JEDER Bot darf durchgucken.

    Ich hab nen Tipp für Sie. Gehen Sie mal ins heise.de Forum bei den Artikeln zum Leistungsschutzrecht. Es ist einiges an Spam dabei, aber wenn sie sich nur an die grün gevoteten Beiträge halten können sie einiges lernen.

     
     
    • kleitos

      Die BEfürworter des LSR lassen sich in Ihrer Meinung vpón keinerlei Fakten beeinflussen – robots.txt hin oder her.

      Sie wollen einzig und allein Geld haben.

      Alle anderen sogeannten Argumente wie “Qualitätsjournalismus”, Untergang des Abendlands, Pressevielfalt, etc. sind bloße Nebelkerzen, welche in Scheindebatten – wie in diesem Blog – gezündet werden.

      LSR soll kommen, Google soll auslisten und die Verwerter beim Gang zum Kartellamt abgewatscht werden und anschließend brav zu Kreuze kriechen und zurechtgestutzt sich andere Einnahmequellen suchen.

      Die gehören halt zum haptischen LErntyp und müssen fühlen, bevor sie verstehen.

       
       
    • Mit Ihren Anmerkungen bestätigen Sie nur mein Argument. Robots.txt ist ein An-und-Ausschalter. Natürlich kann man einzelne Bots ausschalten und einzelne Teile einer Seite sperren. Das ist bekannt. Aber Informationen über die Rechteinhaber mit der Nutzungsbedingungen und Preise können durch Robots.txt nicht übermittelt werden. Daran ândern auch Ihre Belehrungen nichts.

       
       
      • Flo

        Aha, und damit hat Keese wieder mal gesagt worum’s eigentlich geht: ums Geld verdienen!

        Es geht nicht darum, ein besseres System als robot.txt auf den Weg zu bringen, sonst würde Keese/Döpfner ACAP viel öfter ansprechen. Tun sie nicht. Warum? Weils ihnen darum gar nicht geht. Sie wollen nur, dass ihnen Google GELD zahlt, für ihre Inhalte, die sie FREIWILLIG online stellen.

        FU.

         
         
      • Mirko

        Oh, wie schön. Also Sie haben gelernt, dass robots für jeden Raum und Besucher eingestellt werden kann, also doch eher ein Dimmer, aber das sind aber vielleicht schon wieder zuviele Feinheiten. Auf jeden Fall ist die Diskussion einen Schritt weiter.

        Sie nutzen robots.txt schon, also bild.de, welt.de, und für Sie sind die “Lichtschalter” an. D.h. Sie oder einer Ihrer Kollegen haben an geschaltet – oder im Diebesbild, Sie haben Licht an, Türen auf gemacht und fordern Passanten auf einzutreten und sich zu bedienen.

        Gut, Sie vermissen Preistags, aber google vermisst die nicht. Für google wären das Ausschalter. Anderer Befehl, gleiche Wirkung.

        Also, warum schalten Sie nicht einfach aus (ob mit robots.txt oder LSR und im Zweifel zusätzlich mit robots.txt, denn z.Z. steht da ja noch freier Eintritt bei voller Beleuchtung)?

         
         
  19. Matthias

    Der Singular von Taliban lautet Talib. Es müsste also heißen: Google ist ein Talib. Oder aber: Die Google-Leute sind wie Taliban (oder ähnlich formuliert).

    Immer zu Diensten, Herr Keese.

     
     
  20.  
    • Axel Springer verdient im Digitalgeschäft vor allem durch nichtjournalistische Angebote wie Idealo, Stepstone oder SeLoger. Ein Blick in den Geschäftsbericht reicht, um das festzustellen. Wir setzen uns dafür ein, dass auch im Netz auch für Journalismus funktionierende Geschäftsmodelle gibt.

       
       
      • Flo

        vielleicht funktioniert ja das Copy/Paste system doch nicht so einfach wie Sie sich das vorstellen?
        Vielleicht kann man “den” Journalismus aus der print-welt eben nicht 1:1 in die online welt kopieren und erwarten, dass es einfach so weitergeht mit dem Geld verdienen…

        Aber da sie ja genug “Mitstreiter” bei der FDP und der CDU die vor der Friede stets den Schwanz einziehen haben, brauchen sie da auch nicht so sehr drüber nachdenken, gell.

         
         
  21. Torsten Römer

    Ist das peinlich was Sie und Ihr Chef da für eine Kampagne fahren. Ich würde mich schämen und zum Glück wird die Unwahrheit Ihrer Aussagen in Echtzeit von sehr vielen Leuten im Web richtig gestellt. Ich glaube Sie müssen umdenken was Ihre Sichtweise und Einstellung auf Konsumenten von Medien in diesem Land betrifft. Vor 10 Jahren hat das noch wunderbar geklappt mit Volksverdummung durch Bild und Co., aber Zeiten ändern sich zum Glück für uns alle.

     
     
    • Franerl

      Das Schlimme ist, dass Gestalten wie Keese nicht das ganze Volk verdummen müssen, sondern nur ein paar geneigte Zuhörer in CDU/CSU/FDP. Bei diesen Menschen ist die Aufgabe natürlich noch sehr viel leichter, weil sie schon eine natürliche Begabung besitzen, sich für dumme Ideen zu begeistern (siehe Hotel-Mehrwertsteuer, Betreuungsgeld etc.).

       
       
  22. gallert

    lieber herr keese, das ihnen überhaupt noch jemand zuhört bzw. ihre ergüße liest bei ihren kampf ums bedingungslose grundeinkommen für presseverleger? man kann nur hoffen, das google die pforten für deutesche presseerzeugnisse dichtmacht.

     
     
    • Bedingungsloses Grundeinkommen für Presseverlage? Haben Sie den Gesetzentwurf jemals gelesen? Wenn ja: Wo steht das da? Haben Musikproduzenten auch ein bedingungsloses Grundeinkommen, weil sie seit 1965 ein Leistungsschutzrecht haben?

       
       
      •  
      • gallert

        da brauch ich noch nicht einmal den gesetzentwurf zu lesen. mir reicht die berichterstattung aus den printmedien und von ihnen. das was sie wollen ist gez und gema für presseerzeugnisse.

         
         
      • keesegeseier

        Haben Musikproduzenten auch ein bedingungsloses Grundeinkommen, weil sie seit 1965 ein Leistungsschutzrecht haben?

        in der tat. nur reicht ihr lobbyarm nicht so weit, wie sie es gerne hätten.

         
         
      • Musikproduzenten erstellen aus Noten und Liedtext mit der Hilfe von Sängern und Musikern ein neues Werk. Sie können ihr Leistungsschutzrecht nur in Anspruch nehmen, wenn tatsächlich dieses Werk (die Tonaufnahme) oder Teile davon unberechtigt veröffentlicht werden. Wird stattdessen z. B. nur der Liedtext veröffentlicht, ist das Leistungsschutzrecht nicht betroffen.

        Sie verlangen hingegen ein LSR, das auch auf Textausschnitte wirkt, nur weil diese über eine Verlagswebsite geladen wurden.

         
         
      •  
  23. Fritz

    Wenn dies Ihr Problem sein sollte: “Wie sollen wir die denn sperren?”, dann bedarf es augenscheinlich keiner finanziellen Regelung, sondern nur einer technischen. Schön, dass Sie das auch so sehen. So kommen sich die Kontrahenten doch näher, ohne dass es eines Sondergesetzes zum Schutz der Großverlage bedarf.

     
     
  24.  
    • Felix

      Kann nicht mal jemand diese Domain registrieren und auf presseschauder.de verlinken? Sonst registriert Keese sie noch selber (was allerdings auch schön wäre ;-)

       
       
  25.  
  26.  
  27. John Doe

    Ja, einige der hier Anwesenden scheinen ein Teil des Ansinnens verstanden zu haben! Man möchte Geld haben, was an sich insgesamt immer spannend war, ist und bleibt. Wer wieviel von wem und wofür- da scheiden sich die Geister!

    Herr Keese, mal ganz ehrlich- bei Ihnen als Urheber von Artikeln kann ich das o.g. Ansinnen ehrlich gesagt verstehen, in Ihrer Funktion als Lobbyist, die Ihnen per Wikipedia mit ins “Stammbuch” geschrieben wurde, passen die Äußerungen doch etwas perfider ins “Bild”.

    Als Betriebswirtschaftler oder zumindest in dem Bereich bewanderte Person würde ich doch drum bitten wollen, den MEHRWERT (Value) den Sie versuchen, zu erwirken (oder den Autor des Gesetzesenwurfes gebeten haben mit in den Entwurf “einzuhäkeln”) und den Sie gerne von den Marktbeteiligten gerne hätten, wird es so nicht geben, da die von Ihnen genannten sog. Aggregatoren dieses Ansinnen immer technisch oder anderweitig komplett umgehen können und werden.

    Weiterhin unschlüssig sowohl in Ihren letzen Ausführungen als auch im Gesetzesentwurf ist die Bezahlung. Wenige bis keine Benutzer sehen sich in der Lage, das gewünschte Entgelt oder eben nur einen BRUCHTEIL dessen direkt an Sie oder ähnlich aufgestellte Unternehmen direkt abzu(drücken)führen-
    wäre das Material ausreichend gut, würden vermutlich mehr KONSUMENTEN dafür bezahlen wollen (von sich aus, einfach so-ohne Zwang oder Gesetze!) aber die Möglichkeiten, dies “mal eben” zu vollbringen, sind bisher nicht geschaffen worden.

    Um es qualifiziert auch für einen Kaufmann auf den Punkt zu bringen- wer eine Kuh melken will, muss einen Eimer schon mitbringen und auch darauf achten, daß es eine KUH ist, die man melken möchte! Wenn man den Bauer dafür anpöbelt, daß das ja keine Kühe sind oder keine Eimer für die Milch bereitstehen, darf man sich nicht wundern!

     
     
    • Nutzer wollen nicht für das Leistungschutzrecht bezahlen? Sollen sie auch nicht. Der Gesetzentwurf nimmt sie ausdrücklich aus.
      Aggregatoren werden niemals für Inhalte bezahlen und alles tun, um kostenlos zu kopieren? Glaube ich nicht, denn es gibt längst Aggregatoren, die für Inhalte bezahlen, zum Beispiel Google an AP. Aber selbst wenn es so wäre, wie Sie sagen, würde dies um so mehr für ein Leistungsschutzrecht sprechen. Der Gesetzgeber kann nicht hinnehmen, dass Verlagsleistungen einfach wirtschaftlich genutzt werden, ohne dass Verlage dagegen eine wirksame rechtliche Handhabe haben.

       
       
  28. Schlimmer als den “Taliban”-Spruch finde ich ja “Man wird bei jeder Suchmaschine und jedem Aggregator unsichtbar. An oder Aus für alle und alles – das ist die einzige Wahl, die einem Robotx.txt lässt.”.

    Dafür sollten Sie sich entschuldigen, denn das ist, wie schon erklärt, völliger Unsinn. Eventuell muß man statt robots.txt ein paar Meta-Tags einsetzen, aber auch die respektiert der “Taliban” und sie gelten dann auch nur für Google (News und/oder normale Suche, ganz nach Wunsch. Aber das wissen Sie ja).

     
     
  29.  
    • Steffi Maler

      mit Zitaten hat es die Kommentarfunktion wohl nicht so…bezog sich auf:
      “Besonders fair ist das nicht, aber ich will mich nicht beschweren. “

       
       
  30. keano

    Nur zur Klarstellung, Herr Keese, diese Passage haben Sie aber freigegeben?

    Mal eben die Homepage zu benutzen, um Stimmung für die eigene Sache anzufachen – das würden sich die Verlage niemals leisten.

    Ja?
    Keine weiteren Fragen.

     
     
    •  
    • Moon

      Eine Lüge mehr oder weniger macht nun wirklich keinen Unterschied. Bin allerdings gespannt, welchen Spin Herr Keese seinem mutwilligen Mißverstehen der robots.txt geben wird. Warum die Verlage überhaupt ein Recht haben sollten, von Google irgendwie die Gestaltung seines Angebots einfordern zu können, wird wohl auch ungeklärt bleiben.

       
       
  31. André

    Hallo Herr Keese,

    nur weil eine Technik alt ist, ist sie nicht schlecht. Sie fragen, wie sie nur Google aussperren können?
    http://googlewebmastercentral.blogspot.de/2009/12/new-user-agent-for-news.html


    Include pages in both Google web search and News:
    User-agent: Googlebot
    Disallow:

    This is the easiest case. In fact, a robots.txt file is not even required for this case.

    Include pages in Google web search, but not in News:
    User-agent: Googlebot
    Disallow:

    User-agent: Googlebot-News
    Disallow: /

    This robots.txt file says that no files are disallowed from Google’s general web crawler, called Googlebot, but the user agent “Googlebot-News” is blocked from all files on the website.

    Include pages in Google News, but not Google web search:
    User-agent: Googlebot
    Disallow: /

    User-agent: Googlebot-News
    Disallow:

    Technisch ist schon heute alles machbar und falls es nicht machbar sein sollte, dann diskutieren sie mit Google auf technischer Ebene.

    Es ist offensichtlich, dass Sie hier für etwas Geld verlangen möchten, was niemand bereit ist zu zahlen und jetzt wollen sie Firmen wie Google per Gesetz dazu zwingen.

    Sachlich falsche Aussagen über technische Begebenheiten zu treffen ist nichts anderes als der Versuch Leute, die sich mit der Technik nicht auskennen, durch Lügen von ihrer Sache zu überzeugen.

    Viele Grüße,
    André

     
     
  32. Thomas L.

    “Sie haben dafür geworben, dass maschinenlesbare Rechte-Sprachen entwickelt werden, die differenzierte Nutzungsbedingungen ausdrücken.”
    Genau das ist die Robots.txt. Mit der Einschränkung, dass dort Verlage kein Preisschild für Snippets anbringen können.
    Was aber auch keinen Unterschied machen würde, denn letztendlich würde ein Preisschild an einem Snippet in der Praxis denselben Effekt haben wie ein : Google würde es ausblenden. Denn Google will Ihnen kein Geld zahlen und wird Ihnen kein Geld zahlen. Das wollen Sie nicht einsehen und nehmen daher mit einem unzureichend und schwammig formuliertem Gesetzestext das deutsche Internet als Geisel um von Google Geld zu erpressen.

    Wer jetzt in dieser Geschichte der Taliban ist, kann jeder für sich selbst entscheiden.

     
     
    • Thomas L.

      Nachtrag: Die Blogsoftware hat ein entscheidendes Wort verschluckt, es sollte natürlich heissen:

      Was aber auch keinen Unterschied machen würde, denn letztendlich würde ein Preisschild an einem Snippet in der Praxis denselben Effekt haben wie ein nosnippet: Google würde es ausblenden.

       
       
  33. Hallo Christoph,

    manche gemachte, nicht gemachte oder von der Redaktion gestrichene Aussagen werden durch eine diesbezügliche Distanzierung noch mehr ins Gespräch gebracht als sie dadurch relativiert werden…

    Vielleicht ist dieses wirklich nur eine `Entschuldigung´, vielleicht ist es aber auch der Versuch der indirekten Manifestation eines Vergleichs von einem Suchmaschinenkonzern mit einer Terrorbewegung.

    Ihr spielt hier wirklich auf sehr dünnem Eis. Sollten Eure Pläne bezüglich des Leistungsschutzrechts am Ende nicht aufgehen, sind es Beiträge wie dieser hier, die Google darin bestätigen, Euch nicht nur kurzfristig aus dem Index zu schmeißen, sondern dem anschließend folgenden Mediendruck auch nicht so schnell beizugeben, wir Ihr es Euch denkt…

    Grüße

    Gretus

     
     
  34. Lieber Herr Keese: Wenn Google eine Art Taliban ist – wie ordnen Sie die Verleger ein? Jesus? Buddha? Allwissend, wohlmeinend und sanftmütig? Ich finde es sehr traurig, auf welchem Niveau die Diskussion jetzt angekommen ist.

    Wenigstens erklären Sie jetzt offen, wo Ihrer Meinung nach das Problem besteht: Sie wollen gerne, dass Google Sie indexiert und für den Link und das Snipplet dann Geld bezahlt. Sie wollen das Perpetuum Mobile.

    Ich halte Sie für einen sehr intelligenten Menschen: Fällt Ihnen dabei nicht selber auf, wie paradox diese ganze Diskussion geworden ist?

    robots.txt, OpenGraph, METAs, es gibt ausreichende Möglichkeiten, ganz exakt und fein granuliert zu bestimmen, wer was wann und wie abrufen, indexieren oder verlinken kann.

    Aber das wollen Sie ja nicht. Sie wollen das Internet gesetzlich zu Ihrem Vorteil regulieren. Nationale Gesetze sollen weltweit anerkannte technische Grundregeln des Internets übersteuern. Ähnliche Vorschläge kommen auch aus Staaten, die den Taliban deutlich näher stehen als Google.

    Ich beginne mir ernsthaft Sorgen zu machen.

     
     

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