Dokumentiert: Parlamentspräsident Martin Schulz zur Verleihung des Friedenspreises an Jaron Lanier

Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments, hat anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Jaron Lanier eine beachtenswerte Laudatio gehalten. Der Text wird hier mit freundlicher Genehmigung von Martin Schulz dokumentiert. Die Rede ist beachtenswert, weil sie sich kritisch mit der Kultur des Silicon Valley und der Digitalisierung auseinandersetzt und dabei gleichzeitig konstruktive Handlungsmöglichkeiten für die Zukunft aufzeigt. Schulz fordert einen klaren Regelungsrahmen für das Netz. Damit bekräftigt er einmal mehr seine Meinungsführerschaft in Sachen Digitalisierung innerhalb der europäischen Sozialdemokratie. Es ist ein Plädoyer für digitalen Humanismus.

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Interview mit der Jungen Welt: „Digitaler Sozialismus ist denkbar, aber nicht wünschenswert“

Der Journalist Thomas Wagner hat mich für die Junge Welt zu meinem Buch über das Silicon Valley interviewt. Dabei hat Wagner Fragen zu Aspekten gestellt, die andere Interviewer noch nicht aufgriffen hatten: Ist digitaler Sozialismus möglich und wäre er wünschenswert? Stehen wir am Vorabend einer neuen Gesellschaftsordnung? Mit freundlicher Genehmigung des Verlags hier das Wortlaut des Interviews:

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Mein neues Buch: Silicon Valley – Was aus dem mächtigsten Tal der Welt auf uns zukommt

Am 22. September erscheint mein neues Buch im Knaus Verlag. Es beschreibt, wie das Silicon Valley es geschafft hat, zum Zentrum des Internet und zum wichtigsten Innovationscluster der Welt zu werden. Deutsche Unternehmen werden davon viel stärker heraus gefordert, als sie es bislang wahrhaben wollen. Die Medienwirtschaft ist nach einem Wort von Peter Gabriel nur “der Kanarienvogel auf der Stange”. Was ihr widerfährt, geschieht auch bald der Autoindustrie, den Banken, der Chemie und sogar dem Stahlhandel.

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Allein unter Gründern: Katie Armstrong über die Fusion von Technik und Kunst

Katie Armstrong ist eine Video-Animationskünstlerin aus New York. Sie arbeitet derzeit als „Artist in Residence“ im Berliner Inkubator Plug and Play. Dort sitzt sie inmitten von Firmengründern und Programmierern. Was haben Kunst und Technologie miteinander zu tun? Erstaunlich viel, findet Armstrong. In diesem fünfminütigen Video erzählt sie, warum. Und sie zeigt, wie sie jedes einzelne der 24 Bilder pro Sekunde von Hand tuscht.

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Sieben Gründe, warum Buzzfeed mehr ist als ein Portal für Hitlisten und Katzenfotos

Aufmacher-Illustration einer 24.000 Zeichen langen Buzzfeed-Reportage über die Webseite Mint Press News in Minnesota, die Assad vom Giftgas-Anschlag freispricht und Rebellen dafür verantwortlich macht.

Bei Twitter und in Blogs wird eine interessante Debatte über Buzzfeed geführt. Ist das erfolgreiche amerikanische Portal eine Heimstatt der Dummheit oder können Verlage und Journalisten von der Seite lernen? Sieben Gründe, warum Buzzfeed einen neuen Weg in die verlegerische Zukunft weist und weitaus mehr ist als ein Portal für Hitlisten und Katzenfotos:

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Als Fremder im Tal der Träume: Betriebsanleitung für das Silicon Valley (1)

AirBnB-Gründer Brian Chesky (links) mit seinem Kollegen Douglas Atkin. Einst selber ein Fremder im Silicon Valley, hat es Brian aus Niskayuna, New York, bis in die Spitze der Gründerszene gebracht

Wie ist es, im Herzen des Internet zu leben und zu arbeiten? Wie knüpft man Kontakte, wie macht man Geschäfte? In loser Folge erscheint in diesem Blog eine Betriebsanleitung für das Silicon Valley. Heute die erste Folge: Regeln für Erstankömmlinge im Tal der Träume.

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Galerist Judy Lybke über die Ähnlichkeit von Startups und Kunst

Gerd Harry Lybke, genannt Judy, Inhaber der legendären Galerie Eigen + Art, Partner von Künstlern wie Neo Rauch, Tim Eitel und Martin Eder, ist tief beeindruckt von der Startup-Bewegung. Er sieht in ihr soviel Energie wie beim Aufblühen der deutschen Kunstszene vor fünfzehn Jahren und glaubt, dass Künstler und Gründer Brüder und Schwestern im Geiste sind. Im Video hier das kurze Interview, das ich mit ihm dazu geführt habe.

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Yahoo kauft Rockmelt, übernimmt das Team und stellt Produkte ein

(von Christoph Keese) Yahoo-Chefin Marissa Mayer setzt ihre Einkaufstour fort. Soeben kündigte das Unternehmen an, Rockmelt für 60 bis 70 Millionen Dollar zu kaufen. Rockmelt hat einen wegweisenden neuen Browser entwickelt, der besonders Medieninhalte optisch reizvoll darstellt. Noch vor einigen Wochen saß ich bei Philip Inghelbrecht (Foto) von Rockmelt im Büro. Er ist einer der Erfinder von Shazam, der genialen Musikerkennungs-App, die übrigens bis heute oben links auf dem ersten Bildschirm meines iPhones steht. Von Shazam wechselte er nach einer Pause zu Rockmelt.

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Smartphone-Aggregator Prismatic: Der Mensch denkt, der Computer lenkt

Als Beispiel für künstliche Aggregation auf Smartphones hier einige Screenshots von Prismatic, der Smartphone-App, die in der semantischen Analyse und automatischen Kuratierung derzeit am meisten erreicht. Gründer Bradford Cross (Foto) arbeitet mit seinem Team in San Francisco. Finanziert wird er von Jim Breyer und Yuri Milner mit einer Einlage von 15 Millionen Dollar. Über die gegenwärtige Bewertung von Prismatic kursieren Gerüchte, die einen dreistelligen Millionenbetrag nahelegen.

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Apple und Microsoft: Ringen um den besten Flagshipstore

In Palo Alto, dem ehemaligen Wohnort seines verstorbenen Gründers Steve Jobs, hat Apple auf der Hauptstraße University Avenue einen strahlenden neuen Flagship-Store eröffnet. Er löst einen älteren, etwas kleineren und nicht ganz so schicken Laden auf der University Avenue ab. Mit dem neuen Geschäft markiert Apple seinen Anspruch auf Design- und Technologieführerschaft im Herzen des Silicon Valley. Doch unweit dieser Repräsentanz, im edlen Stanford Shopping Center auf dem Universitäts-Campus, hat Konkurrent Microsoft sein Lager aufgeschlagen. Der Laden sieht dem Apple-Vorbild zum Verwechseln ähnlich. Die sich gleichenden Bilder zeigen, wie entschlossen Microsoft mit Windows 8 dem Tablet-Marktführer Apple den Kampf angesagt hat:

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Accelerator Plug and Play kommt in Joint Venture mit Springer nach Berlin

Und weiter geht’s mit unserer Internet-Initiative: Wir bei Axel Springer richten unser Augenmerk immer stärker auf junge Hightech-Unternehmen. Nach unserem Einstieg bei der Startup-Konferenz HY Berlin (nächste Veranstaltung übrigens vom 2. bis 4. Juni; Besuch lohnt sich!) bringen wir jetzt einen der großen kalifornischen Acceleratoren und Startup-Investoren in einem Joint Venture nach Deutschland: das Plug and Play Tech Center. Unser Kalifornien-Team (Kai Diekmann, Peter Würtenberger, Martin Sinner) hat diese Kooperation eingefädelt, verhandelt und konzipiert. Ulrich Schmitz, Chief Technology Officer des Bereichs Elektronische Medien und zufälligerweise mein Büronachbar, übernimmt die Leitung – in enger Abstimmung mit seinem Chef Jens Müffelmann. Heute fand die symbolische Vertragsunterzeichnung in Sunnyvale statt. Mit dabei auch Wirtschaftsminister Philipp Rösler, gerade auf Dienstreise im Silicon Valley, und Plug and Play-Gründer und CEO Saeed Amidi.

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Axel Springer-Präsenz im Silicon Valley geht in die Verlängerung

Von morgen an bis Ende Juli werde ich im Silicon Valley sein. Axel Springer verlängert seine Präsenz in Palo Alto und schickt nun regelmäßig Mitarbeiter als „Visiting Fellows“ dorthin. Ich bin der erste Fellow. Kai Diekmann und Peter Würtenberger kehren am 1. Juni zurück, Martin Sinner verlängert seinen Aufenthalt. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit den drei Kollegen. Meine bisherigen Aufgaben als Senior Vice President Investor Relations und Public Affairs führe ich fort und werde dafür öfters in Berlin sowie auf Reisen sein. Und ja: der deutschen Leistungsschutzrecht-Debatte bleibe ich erhalten. Kein Grund zur Freude für die Gegner des Gesetzes also. Für die Leser dieses Blogs wird sich aber manches ändern. Neben der Berichterstattung über Copyright und Netzpolitik rücken mehr und mehr die Themen Paid Content und Technologie in den Vordergrund. Auf diese Felder werde ich mich im Silicon Valley konzentrieren.

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Alte Geschäftsmodelle zerstören und neue erfinden

Die beiden IDEAS-Chefs Ulrich Machold (2. v.l.) und Michael Paustian (r.) mit Victoria Solms (Berliner Morgenpost) und Michael Fabricius (Welt)

Der Ort könnte nicht prominenter gewählt sein: Unsere neue Entwicklungsfirma IDEAS hat gestern Abend ihr Hauptquartier in einem Glaswürfel mitten in der Axel-Springer-Passage bezogen. Hier läuft jeder vorbei, der zur Kantine oder der populären „Mittelbar“ möchte – einer Bar mit zwei endlos langen Tresen, dem besten Espresso Kreuzbergs, zwei riesigen Aquarien, ebenso vielen Twitterwalls und einem phänomenalen Serviceteam. Hier schlägt das Herz des Unternehmens, Mittags geht es zu wie auf dem Marktplatz von Siena. Direkt gegenüber jetzt also IDEAS (richtig gemerkt, die beiden letzten Buchstaben sind ein Akronym). Was macht die Truppe? Sie entwickelt innovative, disruptive Geschäftsmodelle. Dabei arbeitet sie eng mit anderen Startups zusammen. Welche Projekte sind in Arbeit? Noch geheim. Hier aber ein paar Fotos von der kleinen Einzugsparty:

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Konferenzräume wie aus dem Designerbuch: Ein Besuch bei AirBnB in San Francisco

Nathan Blecharczyk und Lisa Dubost von AirBnB

Im Süden von San Francisco sitzt die Zentrale von AirBnB, des schnell wachsenden Portals zur Vermietung privater Wohnungen. Mein Arbeitgeber Axel Springer hat sich im vergangenen Jahr an dem Unternehmen beteiligt. Gegründet von zwei Designern und einem Programmierer (Nathan Blecharczyk, siehe Foto), legt AirBnB Wert auf gut gestaltete Büros. Vergangene Woche habe ich mit drei Kollegen die Zentrale besucht. Hier einige Fotos:

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Und was wäre, wenn Sie Ihre eigene Firma bekämen?

Mein Arbeitgeber Axel Springer setzt auf das Internet, Unternehmertalente und moderne Geschäftsmodelle. Deswegen gibt es das Media Entrepreneurs Program. Es dient dazu, Talente zu finden und ihnen die Chance zu geben, ein eigenes Geschäft zu gründen. Wer in das Programm aufgenommen wird, arbeitet zunächst in der neuen Einheit für Strategische Geschäftsentwicklung. Dort denkt ein junges Team den ganzen Tag darüber nach, in welche Felder man mit disruptiven Geschäftsmodellen eindringen kann. Und es denkt nicht nur, es gründet auch am laufenden Band. Wer eine gute Idee hat und sie umsetzen kann, findet hier die nötige Unterstützung. Das Programm ist bewusst international gehalten. Hier die englischsprachige Ausschreibung:

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KaufDa: „Handelsanzeigen werden ins Netz abwandern. Sie folgen den Rubrikenmärkten“

KaufDa-Gründer und Geschäftsführer Christian Gaiser (zweiter von rechts) in einer Verhandlung

In lockerer Folge wird dieser Blog moderne Internet-Geschäftsmodelle von Verlagen vorstellen. Die Reihe soll veranschaulichen, wie stark sich neue Modelle im Netz von traditionellen Verlagsgeschäften unterscheiden, und wie breit die Spanne der Verdienstformen ist, mit denen Verlage im Internet erfolgreich sein können. Den Anfang macht heute die Berliner Firma KaufDa, an der mein Arbeitgeber Axel Springer beteiligt ist. KaufDa greift ein traditionelles Geschäft von Verlagen frontal an: die Schaltung von Handelsbeilagen in Tageszeitungen. Statt sich von KaufDa kannibalisieren zu lassen, hat Springer im März 2011 die Mehrheit des 2008 gegründeten Unternehmens übernommen. Der folgende Beitrag stammt von Christian Gaiser, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von KaufDa. In seinem Gastbeitrag erläutert er das Geschäftsmodell:

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Berlins Aufstieg vom Abenteuerspielplatz zum europäischen Silicon Valley

Auf dem Gründer-Schiff des Telekom-Inkubators Hubraum: Spree-Rundfahrt vor der Tech Open Air im “Kater Holzig”

Der Flughafen wird nicht fertig, die S-Bahn fährt nicht und die Schulen sind ein Trauerspiel – man könnte denken, Berlin wäre dem Niedergang geweiht. Doch allen Widernissen zum Trotz hat sich Berlin zu einer der spannendsten Unternehmer-Städte der Welt entwickelt. Aufbruchstimmung und Vielfalt der Internet-Gründerszene sind nicht mehr weit vom Silicon Valley entfernt. Manche amerikanischen Investoren finden Berlin sogar schon frischer und dynamischer als Palo Alto. Nicht umsonst hält sich YouTube-Mitgründer Jawed Karim seit Wochen in der Stadt auf. Deutlich wurde die Aufbruchstimmung wieder einmal in der vergangenen Woche bei der Tech Open Air. Hier ein paar kommentierte Fotos:

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Die besten Projekte des TechCrunch Hackathon New York

Live-Ticker: Im Augenblick läuft der TechCrunch Hackathon in New York. Programmierer hatten 24 Stunden Zeit, um Projekte zu entwerfen und zu programmieren. Heute haben sie jeweils 60 Sekunden, um ihre Projekte live auf der Bühne vorzuführen. Hier die interessantesten Hacks. Eine Warnung vorweg: Die New Yorker Projekte sind bisher weitaus weniger originell ist als beim Hackathon in San Francisco.

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Ein Blick auf den neuen iKiosk und MyEdition

Startseite des iKiosk.
Neues Layout, neue Funktionen, neue Titel

Am Freitag hat Axel Springer bei seinem jährlichen Adventstreffen mit Journalisten den überarbeiteten iKiosk und einen Closed-Beta-Test des neuen Tablet-Aggregators MyEdition vorgestellt. Für alle, die nicht dabei gewesen sind, hier einige Screenshots und die wichtigsten Fakten. Man sieht: Verlage sind durchaus aktiv beim Erschließen neuer Vertriebswege und Geschäftsmodelle.

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Hackathon: Fertig mit dem Programm und mit den Nerven

Livebericht. Aktualisierung abgeschlossen. Sonntag morgen in San Francisco. Etwas Nebel liegt über der Stadt. Frische, kalte Luft draußen. In der Halle fällt der Wechsel von der Nacht zum Tag nicht weiter auf. Gleich ist die Zeit abgelaufen: Um halb elf müssen die Hacker beim TechCrunch Hackathon ihren Code auf einen Wiki hoch laden, ihr Programm präsentieren und sich dem Urteil einer Jury stellen. Nicht alle haben sich nach der schlaflosen Nacht mit Kaffee wachhalten können. An vielen Tischen sind Köpfe auf die Tastatur gesackt. Der Hacker oben schnarcht leise vor sich hin, während neben ihm ein Kollege auf einer elektrischen Ukulele aufspielt:

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Hackathon: Die Programmier-Olympiade von San Francisco

Im Film “The Social Network” gibt es eine Szene, in der Mark Zuckerberg Bewerber um einen Programmier-Job bei Facebook unter Extrembedingungen testet. Sie müssen auf Zuruf und unter Zeitdruck Code für die Lösung einer komplizierten Aufgabe schreiben und ständig Wodka in sich hinein kippen. Wer am schnellsten und fehlerfrei programmiert, bekommt den Job. Wer selbst betrunken guten Code schreibt, mag Zuckerberg gedacht haben, kann es nüchtern erst recht.

Weit von der Wirklichkeit ist Szene nicht entfernt. Beim Hackathon in San Francisco findet etwas Ähnliches statt. Hunderte von jungen Leuten sitzen an runden Tischen vor ihren Laptops in einer ausgebauten Fabrikhalle und klopfen Code in die Tastaturen. Gerade eben ist der Startschuss gefallen, morgen früh ist Abgabe, danach tagt die Jury und der beste Hack wird prämiert. Nur der Wodka fehlt. Dafür fließen um so mehr Starbucks-Kaffee und Diet Coke.

So sieht das Arbeiten aus:

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